Far from home

Zwei Wochen lang war ich auf den Cook Islands, 7 Tage auf Aitutaki und 7 Tage auf der Hauptinsel Rarotonga. 16 000 bis 17 000 Kilometer von zuhause entfernt. Endlich ging ein Lebenstraum in Erfüllung. Wenigstens einmal im Leben Urlaub auf einer Atollinsel in der Südsee. Da bleibt nichts mehr zu wünschen übrig, sollte man meinen. Eigentlich.

Doch so paradiesisch die Strände auch waren, für mich war die Zeit dort nicht unentwegt positiv. Es fing direkt bei der Ankunft an. Kein Bargeld, Geldautomat kaputt, schlechter Sitzplatz im Flieger. Nach meiner Ankunft auf Aitutaki zeigten sich dann weitere Einschränkungen eines Insellebens mitten im Pazifik. Eine Atollinsel besteht überwiegend aus Korallensand, nicht die beste Grundlage für Pflanzenwachstum. Daraus resultiert, dass auf der Insel Obst- und Gemüsepflanzen nur schlecht gedeihen und kaum etwas angebaut wird. Durch die abgeschiedene Lage wird die Insel nur 1x im Monat von einem Versorgungsschiff angelaufen, welches frische Lebensmittel bringt. In den Inselgeschäften fehlt es an Grundnahrungsmitteln und das, was verfügbar ist, ist oft extrem teuer. Ein Blumenkohl für 20 Dollar zum Beispiel. Selbst Fisch ist so gut wie nie erhältlich, wenn mal einer gefangen wird, dann verwendet man ihn für die eigene Familie oder man verkauft ihn an eines der 5*-Resorts, wo eine Übernachtung etliche hundert Euro kostet.

Internetzugang ist auch keine Selbstverständlichkeit, nicht immer vorhanden und außerdem teuer. 3GB Datenvolumen kosten 50 Dollar. All das machte mir den Einstieg schwerer als erwartet. Mein Plan, mich selbst zu versorgen, um die teuren Restaurantpreise zu umgehen, scheiterte an der Nichtverfügbarkeit von Grundnahrungsmitteln.

Andere Faktoren, die das Inselleben schwer machten, waren die zahlreichen Moskitos in der Unterkunft und immer wieder die extremen Preise für so ziemlich alles.

Ich brauchte mehrere Tage, um mich an die Situation anzupassen und den Fokus auf die schönen Dinge zu richten. Die märchenhafte Lagune, das Herumliegen in der Hängematte und die viele Zeit für das, was sonst oft zu kurz kommt. In den zwei Wochen hatte ich z.B. sehr viel Zeit zum Lesen. Schon in der ersten Woche konnte ich ein komplettes 800-Seiten-Buch lesen.

Ein absolutes Highlight war definitiv die Lagunenbootstour auf Aitutaki. Die Lagune ist wie aus einem Bilderbuch. Unwirklich anmutende Farben, wie gemalte Strände usw. Doch seht selbst:

Auf Rarotonga gab es auch die Möglichkeit einer Wanderung durch das Inselgebirge.

Eine weitere tolle Erfahrung in dieser Zeit waren die Gespräche mit Einheimischen und vor allem auch anderen Reisenden. Faszinierend, welche Menschen man trifft, woher sie kommen, wie sie ihr Leben gestalten. Ich durfte enorm viel Herzlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft erfahren. Darüber hinaus merkt man immer wieder, wie klein die Welt doch ist. Trotz der immensen Entfernung traf ich überall und ständig Deutsche. Die Krönung war, dass sich in einem Gespräch herausstellte, dass der Schwiegervater des Besitzers meiner Unterkunft ursprünglich aus Heilbronn in Deutschland stammt.

Als Fazit ziehe ich aus meiner Zeit in der Südsee: Atemberaubende Strände, eine unvergleichliche Idylle, aber eine Woche statt zwei hätte auch gut gereicht. Jedenfalls freute ich mich am Ende riesig auf Neuseeland und all die Dinge, die mir dort bevorstanden.

Dass meine eh schon hohen Erwartungen und Hoffnungen an Neuseeland sogar noch übertroffen werden, damit hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet. Doch dazu mehr im nächsten Blogbeitrag…

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