Bye, Neuseeland!

Gerade bin ich unterwegs von Christchurch nach Singapur und genieße die Annehmlichkeiten in der Businessklasse, die ich dank gesammelter Meilen buchen konnte. Da es ein Tagflug ist, kann ich sowieso kaum schlafen und das gibt mir die Gelegenheit, mal wieder einen Blogbeitrag zu schreiben.

Neuseeland war ein herausragender Roadtrip, den ich zeitlebens nicht mehr vergessen werde. Ich erlebte dermaßen viel, dass es noch lange dauern wird, bis ich alle Eindrücke verarbeitet habe. Insbesondere war die Zeit von Naturerfahrungen geprägt. Ich wanderte viel, beobachtete Delfine, Wale, Pinguine, Seelöwen, Robben und noch einige Tiere mehr. Wettermäßig hatte ich auf der Nordinsel im Wesentlichen Glück, es war meist sonnig und angenehm warm. Leider hatte ich dafür in den Bergen fast immer Pech. Auf der Nordinsel musste ich deshalb das geplante Tongariro Alpine Crossing streichen sowie den Mount Taranaki. Auf der Südinsel hatte ich in Anbetracht der zeitweise katastrophalen Ausmaße der Rekordunwetter an der Westküste eigentlich auch noch relatives Glück. Ich konnte die Westküstenstrecke gerade noch rechtzeitig befahren, bevor die schweren Unwetter ganze Regionen unzugänglich machten. Brücken wurden vom Hochwasser und stürzenden Flüssen massiv beschädigt, große Erdrutsche machten Straßen unpassierbar. Die Beeinträchtigungen zwangen mich dazu, einen Teil meiner Route abzuändern. Den Mount Cook cancelte ich, stattdessen fuhr ich in den tiefsten Süden, besuchte die Catlins sowie Dunedin. Die Umplanung lohnte sich, da ich dort meistens trockenes Wetter hatte und Pinguine sowie Seelöwen in freier Natur und aus nächster Nähe betrachten konnte. Andere Touristen nach mir hatten weniger Glück und mussten teilweise mit Helikoptern aus abgeschnittenen Ortschaften evakuiert werden.

Von Verletzungen, Unfällen und sonstigem Unbill blieb ich die zwei Monate verschont, lediglich eine Erkältung entschleunigte mich zwischendurch unfreiwillig. Es gab aber eine Situation, die auch anders hätte ausgehen können. Als ich am Franz Josef Gletscher auf dem Aussichtspunkt stand, löste sich ein gewaltiger Steinschlag direkt vor mir in der Höhe und ein ganzer Hang rutschte mitsamt Bäumen und riesigen Felsbrocken in die Tiefe direkt auf uns zu. Ich und andere Touristen rannten um unsere Leben und ich versteckte mich hinter einem haushohen Felsen, um keine umherfliegenden Trümmerteile oder Gesteinsbrocken abzubekommen, was sehr leicht tödlich enden kann. Gott sei Dank stoppten die Steine ca. 20 Meter vor unserem Platz. Diese Situation führte mir vor Augen, wie nah man in Neuseeland an den Elementen ist und das Land mit seiner teils unberührten Natur nicht nur Schönheiten, sondern auch potenziell lebensbedrohliche Gefahren birgt. Nicht zuletzt die Katastrophe beim Vulkanausbruch auf White Island bestätigte diese Erkenntnis. Ich hätte genauso gut an dem Tag am Krater stehen können. Vulkane faszinieren mich und letztes Jahr stand ich auch schon auf einem aktiven Vulkan auf Java, der nur wenige Wochen später ausbrach und seither gesperrt ist.

Meine Reise geht nun aber weiter und ich bin gespannt, was mich auf den Philippinen erwartet. Es wird definitiv etwas ruhiger werden, da ich nicht mehr so häufig den Ort wechseln werde und mich von den Strapazen der Rundreise erholen möchte. Hinzu kommt, dass ich schon einige Male auf den Philippinen war und deshalb der Drang, möglichst viel ansehen zu müssen, recht moderat ist.

Weihnachten verbringe ich in Kalibo und gehe von dort aus eine Woche nach Boracay, um Silvester am weißen Puderzuckerstrand unter Palmen zu feiern.

Ich wünsche allen schöne, besinnliche und gesegnete Weihnachtstage sowie einen gelungenen Start ins neue Jahr 2020!

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1 Kommentar

  1. Sehr schön und es freut uns, daß alles trotz einiger Zwischenfälle noch so gut abgelaufen ist. Alles Gute für deine nächsten Erlebnisse und vorallem viel Glück weiterhin.
    Liebe Grüße von uns beiden aus der Heimat im schönen Kraichgau.

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