Im Auge des Sturms

Mit reichlicher Verzögerung komme ich endlich wieder dazu, einen neuen Blogbeitrag zu verfassen. Mein Aufenthalt auf den Philippinen neigt sich mittlerweile dem Ende zu und es wird Zeit, die zurückliegenden Wochen Revue passieren zu lassen. Mein Wunsch war es schon lange, einmal Weihnachten auf den Philippinen zu verbringen, da es das einzige christliche Land in Südostasien ist und noch dazu das „weihnachtseuphorischste“ Land der Erde. Schon im September beginnen die Vorbereitungen mit Dekorationen und Weihnachtsmusik ist überall zu hören.

Es kam alles anders als erwartet. Exakt in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember brach ein schwerer Taifun genau über die Insel herein, auf der ich mich befand. Das Auge zog direkt über Kalibo hinweg. Solch einen Sturm hatte ich zuvor noch nie erlebt. Ein Sturm in Deutschland wirkt beinahe harmlos dagegen. Es traten Winde von bis zu 200 km/h auf.

Nachdem der Wirbelsturm sich gelegt hatte, wurden die verheerenden Auswirkungen sichtbar. Zahllose Bäume waren umgestürzt, Strommasten wie Streichhölzer umgeknickt, Häuser und Dächer beschädigt. Teilweise stürzten manche Bauten sogar ganz ein. Hinzu kamen Überschwemmungen durch den stundenlangen Starkregen.

Es gab durch die Zerstörungen außerdem weder Strom, noch Internet oder Handyempfang. Es dauerte anschließend ca. 2 Wochen, bis Strom und mobiles Internet wieder verfügbar waren. Durch diese Extremsituation wurde mir bewusst, wie wichtig für unseren heutigen Alltag Elektrizität, aber auch das Internet ist. Geldautomaten gingen z.B. nicht, da sie einen Netzzugang benötigen, um die Kreditkarte zu verifizieren. Da half auch ein Stromgenerator nicht. Kühlschränke gehen ohne Strom auch nicht, was das Aufbewahren vieler Lebensmittel unmöglich machte. Etc, etc…

Ich bin froh, den Taifun selbst unbeschadet überstanden zu haben, empfinde aber tiefes Mitgefühl für diejenigen Filipinos, die Leid davongetragen haben oder gar Angehörige verloren haben. Meine ersten Wochen auf den Philippinen waren stark von dieser Katastrophe geprägt und ich unternahm so gut wie nichts „Touristisches“.

Anschließend flog ich für 6 Tage nach Taiwan, bevor ich dann nach Cebu auf die Philippinen zurückkehrte, um das Sinulog Festival zu erleben. Diese Zeit beschreibe ich im nächsten Artikel. Bis dahin.

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