Philippinen, Teil 2

Von Taiwan aus startete ich im Januar meinen zweiten Philippinenaufenthalt. Ich flog diesmal nach Cebu und besuchte verschiedene Inseln in den Visayas. Cebu hat für mich eine besondere persönliche Bedeutung, weshalb ich mich einerseits sehr auf ein Wiedersehen freute, andererseits mischte sich die Vorfreude mit Unbehagen, da nicht nur positive Erinnerungen mit der Stadt verbunden sind. Jedenfalls war eines meiner festen Ziele, das Sinulogfestival in Cebu City zu erleben. Sinulog ist ein Festival, welches jedes Jahr im Januar gefeiert wird und vielleicht am ehesten mit dem Karneval in Rio zu vergleichen ist. Es finden Paraden, Straßentänze und Prozessionen statt. Gefeiert wird die Christianisierung der Philippinen, welche durch Magellan begann. Eine wichtige Rolle hierbei spielt „Santo Niño“, eine Reliquie, welche Jesus als Baby darstellt. Das Original wird in einer Kirche in Cebu City aufbewahrt und am Sinulogwochenende sieht man überall in der Stadt Faksimiles davon. Das Erlebnis war unbeschreiblich. Millionen von Menschen füllten die Straßen, unzählige Gruppen wirkten an der endlos scheinenden Parade mit, wunderschöne Kostümierungen waren zu sehen, „Floats“ (geschmückte Wagen), „Giganten“ (überlebensgroße Figuren) und mehr. Ich bin froh, das einmal selbst miterlebt zu haben!

Nach dem Sinulog Wochenende reiste ich nach Bohol bzw. Panglao weiter, eine Insel welche in 2 Stunden per Fähre erreichbar ist. Panglao besticht durch Traumstrände, welche mittlerweile alle touristisch erschlossen und ausgebaut sind. Ich bin froh, dass ich sie 8 Jahre zuvor noch in ihrer natürlichen Form sehen durfte. Der stark gestiegene Tourismus seitdem brachte viele Vorteile mit sich, wie Arbeitsplätze für die Bevölkerung, einen allgemein höheren Lebensstandard, moderne Errungenschaften wie Tankstellen, Flughafen, Restaurants, Bars,… Andererseits brachte er auch die Schattenseiten mit sich, wie größere Verschmutzungen an Land wie im Wasser, gestiegene Preise, Fastfoodketten anstelle von lokalen Essensbuden, etc.

Ich blieb für eine Woche und zog dann nach Siquijor weiter. Siquijor ist eine kleine Insel, die Gott sei Dank noch ihren Charme bewahren konnte. Zumindest vorläufig, denn es wird gerade ein Flughafen gebaut, welcher unter Garantie große Veränderungen mit sich bringen wird. Ich genoss meine Zeit dort in vollen Zügen. Es gibt etliche kleine Wasserfälle, schöne Strände, sehr freundliche Einheimische,… Nach wie vor zählt Siquijor zu meinen Lieblingszielen auf den Philippinen.

Anschließend fuhr ich weiter nach Dumaguete auf Negros. Dumaguete ist eine Stadt am Meer, welche von dschungelbewachsenem Vulkangebirge umgeben ist. Einer der Vulkane zählt zu den aktivsten der Philippinen und brach 2016 das letzte Mal aus. Für Naturliebhaber gibt es einiges in der Umgebung von Dumaguete zu unternehmen. Wasserfälle, Kraterseen, heiße Quellen, vulkanische Schwefelquellen, Höhlen, usw. wollen erkundet werden. Genau nach meinem Gusto.

Fünf Tage später hieß es dann: Rückflug nach Cebu. Dort verbrachte ich abschließend weitere vier Tage, in denen ich nicht wirklich viel unternahm, sondern die Vorzüge einer Großstadt genoss. Massagen, Restaurants, Malls,…

Anschließend musste ich Abschied nehmen von den Philippinen, einem Land, welches ich in besonderer Weise ins Herz schloss. Es gibt wenige Orte auf dieser Welt, wo ich auf so viele hilfsbereite, offenherzige und liebevolle Menschen stieß wie hier. Bei aller Unzulänglichkeit und ständigen Ärgernissen wie Stromausfälle, chaotische Organisation, katastrophaler öffentlicher Nahverkehr, usw. liebe ich dieses Land dennoch und freue mich jetzt schon darauf, es in der Zukunft wieder zu besuchen.

Von Cebu aus flog ich dann nach Phuket in Thailand weiter, wo ich mich im Moment auch noch befinde. Dazu und warum ich persönlich Thailand am wenigsten aller asiatischen Länder mag, erzähle ich im nächsten Artikel mehr.

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2 Kommentare

    1. Hallo Birgit,
      mein Blog hinkt hinterher, ich weiß auch nicht, ob ich noch Lust habe, die fehlenden Einträge nachzuliefern. Ich bin seit letzten Sonntag wieder in Deutschland. Die aktuelle weltweite Extremsituation ließ mir keine andere Wahl mehr als zurückzukehren. Ich konnte noch einen der letzten möglichen Linienflüge buchen. Jetzt bin ich bei meinen Eltern untergebracht, da meine Wohnung erst wieder bewohnbar gemacht werden muss. Strom, Internet, Telefon, TV, Auto,…
      Es ist sehr schade und macht mich traurig, dass ich meine Reise abbrechen musste und jetzt mein über Jahre mühsam angespartes Sabbatjahr quasi verpulvere. Lässt sich aber nicht ändern. Immerhin hatte ich 8 tolle Monate, die mir niemand mehr nehmen kann.
      Viele Grüße, Thorsten

      Liken

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